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Wohnbereich für demente Menschen

Menschen, die an einer Demenzerkrankung (z.B. vom Typ Alzheimer) leiden, bedürfen einer intensiven und qualifizierten Betreuung. Das Franziskusheim hat sich dieser Menschen besonders angenommen und ein spezielles Betreuungsprogramm entwickelt, das den Bedürfnissen dieser Menschen weitgehend entspricht.
Die demenzerkrankten BewohnerInnen werden in einem separaten Wohnbereich betreut, der sich sowohl durch eine besondere betreuerische Konzeption als auch durch ausgewählte Gestaltungselemente auszeichnet.


Die Betreuung

Die betreuerische Konzeption wurzelt in der Sorge um das Wohlbefinden der demenzkranken BewohnerInnen. Dieses Wohlbefinden setzt voraus, dass die  BewohnerInnen sich in ihrer Persönlichkeit angenommen fühlen und ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Vertraute Lebensformen und Handlungsabläufe geben den dort lebenden Menschen zudem ein Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit.

Der Tagesablauf richtet sich nach den jeweiligen Gewohnheiten, Vorlieben und Interessen der BewohnerInnen, die hier ein ihrer Vorstellung entsprechendes "normales" Leben führen können. Die MitarbeiterInnen verstehen sich dabei als Begleiter, die den BewohnerInnen die nötigen Hilfestellungen bieten. Durch eine aktivierende Pflege sowie eine anregende Betreuung wird die körperliche und geistige Mobilität angeregt sowie die Selbstständigkeit gefördert.

Da es demenzkranken Menschen aufgrund ihrer geistigen Beeinträchtigungen zunehmend schwer fällt, an der sogenannten "realen Welt" teilzunehmen und neue Situationen zu verarbeiten, ziehen sie sich in ihren Gedanken und Gefühlen zunehmend in eine "eigene Welt" zurück, die überwiegend von Erinnerungen geprägt ist. Das Betreuungsteam ist bestrebt, diesen Menschen in dieser "eigenen Welt" zu begegnen, ihren Erinnerungsschatz zu beleben und durch aktuelle Situationen entstehende Belastungen oder Überforderungen weitgehend zu vermeiden.

Da die meisten demenzkranken Menschen in der Gemeinschaft mit anderen Schutz und Geborgenheit suchen, wird das Gruppenleben besonders gepflegt. Überwiegend spielt sich dieses im Wohn-/Küchenbereich ab, in dem ständig Betreuungspersonen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

 So wie die BewohnerInnen sich früher in ihren Familien um den gemeinsamen Herd versammelten, erleben sie jetzt auch hier das Gefühl von Vertrautheit und Zugehörigkeit. Soweit es möglich ist, werden die BewohnerInnen in alle Tagesaktivitäten mit einbezogen. Kleinere Haushaltstätigkeiten wie z.B. Wäsche falten, Kuchen backen oder Marmelade kochen sind ihnen häufig noch vertraut und bereiten ihnen viel Freude. Aber auch das gemeinsame Ausruhen (im Wohnzimmer), Erzählen, Singen und Spielen gehört zum alltäglichen Programm.


Betreuerteam

Die im Dementenbereich eingesetzten MitarbeiterInnen sind der Abteilung fest zugeordnet. Damit ist gewährleistet, dass die BewohnerInnen die sie betreuenden Personen als vertraut erleben und hier individuell Bezugspersonen auswählen können.

Das multiprofessionelle Team hat sich in einer gemeinsamen Schulung besonders mit den Belangen demenzerkrankter Menschen auseinandergesetzt. Die speziell für diese Etage ausgewählten MitarbeiterInnen zeichnen sich aus durch ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Flexibilität und Reflexionsvermögen.


Der Wohnbereich

Die demenzkranken BewohnerInnen werden auf einer gesonderten Etage betreut, die sich durch ihr großzügiges Raumangebot auszeichnet. In der Gestaltung des Wohnumfeldes wurde Wert darauf gelegt, den dort lebenden Menschen ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrautheit zu ermöglichen.
Zahlreiche Gestaltungselemente, die die BewohnerInnen in ihrer Erinnerung mit einem "Zuhause" verbinden, bieten die Möglichkeit zu einer selbstbestimmten Alltagsgestaltung. Eine Mischung aus beruhigender Reizabschirmung und freundlicher Stimulation versucht dabei, den unterschiedlichen Bedürfnissen der BewohnerInnen gerecht zu werden.


 
In einem Wohn-/Schlafbereich befinden sich 13 Doppelzimmer sowie ein Einzelzimmer, die insgesamt 27 demenzkranken BewohnerInnen eine Unterkunft bieten. Die Einrichtung der Zimmer besteht aus einem hauseigenen Grundmobiliar, das mit eigenen, persönlichen Möbeln und Gegenständen ergänzt werden kann. Jedem Zimmer ist eine Nasszelle zugeordnet, die mit einem Waschbecken sowie einer behindertengerechten Toilette versehen ist.

Zum Wohn-/ Schlafbereich gehört außerdem ein zentrales Pflegebad, in dem neben Angeboten der Körperpflege auch sinnlich stimulierende und das Wohlgefühl stärkende Maßnahmen (wie z.B. Sprudelbad / Aromatherapie) durchgeführt werden können.


Ein ca. 170 qm großer Tages- und Aufenthaltsraum bietet den BewohnerInnen verschiedenste Möglichkeiten, das "Alltagsleben" mitzugestalten. Durch seine kontaktfördernde Gestaltung bildet er den Mittelpunkt aller Tagesaktivitäten. Die Aufteilung in einen Wohnküchen- und einen Wohnzimmerbereich entspricht den Lebensgewohnheiten der SeniorInnen und findet von daher ihre Zustimmung. So werden in der Wohnküche alltägliche, den BewohnerInnen vertraute Tätigkeiten durchgeführt (z.B. kochen, backen, spülen), wobei diese ihren individuellen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend in alle Aktivitäten mit einbezogen werden. Das Wohnzimmer dagegen wird eher als Rückzugsort verstanden, in dem man es sich alleine oder aber in geselliger Runde gemütlich macht. Die Einrichtung des Wohnzimmers wurde den ehemaligen Lebensverhältnissen der BewohnerInnen angepasst. Gemütliche Ohrensessel laden zum Ausruhen ein, antike Möbel wecken Erinnerungen an frühere Zeiten.

Zwischen dem Wohn-/Schlaftrakt und dem Tagesraum bestehen zwei räumliche Verbindungen, die in ihrer Gesamtgestaltung einen Rundweg ermöglichen. Hier erhalten die BewohnerInnen die Möglichkeit, ihren Bewegungsdrang auszuleben ohne dabei an "blinde Flurenden" zu stoßen.

Sowohl im Tagesraum als auch in den Fluren befinden sich zahlreiche Gestaltungselemente, die entweder Sinnesanreize bieten oder aber als Beschäftigungsmaterial zur Verfügung stehen.

Vom Tagesraum aus ist der Zugang auf eine Dachterrasse möglich, die den BewohnerInnen die Möglichkeit verschafft, sich innerhalb eines geschützten Rahmens im Freien aufzuhalten. In den Sommermonaten wird die Terrasse gerne als kleines Dachcafé benutzt.

Bei allen Räumlichkeiten wurde darauf geachtet, dass sie in ihrer Ausstattung (Licht, Bodenbeläge, Wandgestaltung usw.) den besonderen Bedürfnissen Demenzerkrankter angepasst sind bzw. möglichen krankheitsbedingten Problematiken vorbeugen.


Lesen Sie hier den Artikel zu Eröffnung unseres Wohnbereiches für demente Menschen.
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