Laut dem Statistischen Bundesamt fehlen in Deutschland 2011 im „Jahr der Pflege“ 50.000 und in 15 Jahren 152.000 Pflegekräfte. Allein durch Zuwanderung kann in den nächsten Jahren das Problem des Fachkräftemangels nicht gelöst werden. Für eine qualitative Pflege bedarf es gut ausgebildeter, motivierter Fachkräfte und gerechte Arbeitsbedingungen. Dies kann nur durch mehr faire Ausbildungsplätze in der Pflege und ein besseres Image des Pflegeberufes erreicht werden.
Deshalb verfolgt die Initiative „Ausbildung in der Pflege“ folgende Ziele:
1. das Schaffen von Ausbildungsplätzen fördern
2. das Image des Pflegeberufes verbessern
Damit mehr Arbeitsplätze entstehen unterstützt die Initiative „Ausbildung in der Pflege“ Senioren- und Pflegeeinrichtungen, die zu fairen Bedingungen ausbilden.
Das Siegel faire Pflegeausbildung wird nur an Pflege- und Senioreneinrichtungen verliehen, die nachweislich folgende Kriterien erfüllen:
· fester Ausbildungsplan: Regelung der Ausbildungsinhalte und Zuständigkeiten
· Ausbildungskontrollen: durch gemeinsame Gespräche und regelmäßige Prüfung
· Angemessene Ausbildungsvergütung: Vergütung mindestens so hoch wie im Tarifvertrag für Heime des öffentlichen Dienstes geregelt.
Auch die gesetzlichen Arbeitszeiten werden nicht überschritten
· Förderung der Selbstständigkeit und der Persönlichkeitsbildung.
· Abwechslungsreiche Ausbildung: Der Auszubildende hat die Möglichkeit über den Tellerrand hinaus zu blicken, z. B. durch Kontakte zu anderen Firmen und Bereichen
Die Franziskusheim gGmbH hat bei der Bewertung ihrer Einrichtungen mit „sehr gut“ abgeschnitten und erhielt deshalb vor wenigen Tagen das Siegel „Faire Pflege – Ausbildung“.
Auch im Jahr 2011 ist sich die Franziskusheim gGmbH der Tatsache bewusst, dass sie als christliche Einrichtung in einer ganz besonderen gesellschaftlichen Verantwortung steht und gibt neun jungen Menschen die Möglichkeit mit einer qualifizierten Ausbildung in das Berufsleben einzusteigen. Die Franziskusheim gGmbH stellt in ihren Einrichtungen mit ca. fünfzehn ausgebildeten Mentoren ihren Auszubildenden nicht nur fachlich sondern auch pädagogisch gut ausgebildete Fachkräfte für die gesamte Dauer der Ausbildung zur Seite.
Die Franziskusheim gGmbH bildet in den Bereichen Altenpfleger/in, Kauffrau/mann für Bürokommunikation und Koch/Köchin aus. Zur Zeit sind 24 Auszubildende bei der Franziskusheim gGmbH in den genannten Bereichen beschäftigt. Bisher ist es der Franziskusheim gGmbH, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, immer gelungen, ihren Auszubildenden nach Abschluss der Ausbildung ein festes Arbeitsverhältnis anzubieten.
Neben der gesellschaftlichen Verantwortung eines kirchlichen Arbeitgebers sieht die Geschäftsführung der Franziskusheim gGmbH auch messbare betriebliche Gründe, die für ein hohes Engagement im Bereich der Ausbildung sprechen. Die Auszubildenden kennen nach Abschluss ihrer Ausbildung das Unternehmen in dem sie gelernt haben und so entstehen bei Übernahme in ein Arbeitsverhältnis keine Einarbeitungsverluste. Es hat sich in den Jahren gezeigt, dass insbesondere bei den MitarbeiterInnen, die in den Einrichtungen der Franziskusheim gGmbH ihre Ausbildung gemacht haben, eine ausgesprochen hohe Identifikation mit dem Gesamtunternehmen vorhanden ist.
Der Arbeitgeber kann auf eigene gut ausgebildete und hoch qualifizierte Mitarbeiter zurückgreifen, die er seit vielen Jahren kennt und spart sich damit aufwendige und kostenintensive Anwerbeverfahren.
Natürlich bedeutet Ausbildung auch Belastung und Kosten für das Unternehmen durch eine doch relativ hohe Ausbildungsvergütung sowie erhebliche Ausbildungs- und Betreuungskosten für die begleitenden Mentoren etc..
Die Geschäftsführung der Franziskusheim gGmbH würde sich wünschen, dass möglichst bald die Ausbildungsfinanzierung über ein Umlageverfahren gesichert würde, an dem alle Sozialbetriebe beteiligt wären. Nur so könnte sichergestellt werden, dass nicht die gesamte Last der Ausbildung bei wenigen Betrieben verbliebe, die große Masse der Einrichtungen jedoch davon profitiert. Ein Umlageverfahren würde zumindest, was die finanzielle Belastung betrifft ein gerechteres System darstellen.